Domain
Eine Domain ist ein benannter Bereich im Domain Name System (DNS), dem hierarchischen Namensverzeichnis des Internets. Ihre Aufgabe ist eine Übersetzung: Rechner erreichen einander über IP-Adressen, Menschen merken sich Namen. Das DNS bildet Namen auf Adressen ab und macht damit aus 93.184.216.34 etwas, das man am Telefon durchgeben kann.
Adressiert werden dabei nicht nur Websites. Auch Mailserver, Netzwerkdrucker, Datenbanken oder interne Dienste bekommen Namen im DNS — die Website ist nur der sichtbarste Anwendungsfall.
Der Aufbau einer Domain

Am Beispiel www.internetadresse.de lässt sich die Hierarchie von rechts nach links lesen:
deist die Top-Level-Domain (TLD). Sie steht entweder für ein Land —defür Deutschland,atfür Österreich,chfür die Schweiz — oder für einen Zweck:comfür kommerzielle Angebote,orgfür Organisationen,net,biz,info. Seit der Freigabe neuer generischer TLDs ab 2013 kommen Hunderte weitere hinzu, vonshopundappüber Branchenendungen bis zu Städtenamen wieberlinoderkoeln. Gekauft wird dabei nie die Endung selbst, sondern eine Registrierung darunter.internetadresseist die Second-Level-Domain. Das ist der eigentliche Name, der frei wählbar ist, solange er noch verfügbar ist.wwwist eine Subdomain, also ein Label der dritten Ebene. Sie ist eine historische Konvention und technisch verzichtbar. Andere Subdomains sindshop.,blog.,mail.oderintranet.— jede von ihnen kann auf einen eigenen Server zeigen.- Rechts von der TLD steht, unsichtbar, die DNS-Wurzel. Vollständig qualifiziert lautet der Name
www.internetadresse.de.mit abschließendem Punkt. Im Browser wird dieser Punkt weggelassen; mit dem Wurzelverzeichnis eines Webservers hat er nichts zu tun, auch wenn beides „Root“ heißt.
Domainnamen dürfen Buchstaben, Ziffern und Bindestriche enthalten, aber weder mit einem Bindestrich beginnen noch enden. Umlaute und andere Sonderzeichen sind über den IDN-Standard möglich; technisch werden sie in eine ASCII-Schreibweise übersetzt, die mit xn-- beginnt.
Domain und URL sind nicht dasselbe. Die Domain benennt den Bereich, die URL eine konkrete Adresse darin — inklusive Protokoll, Pfad und gegebenenfalls Parametern.
Was im DNS noch hinterlegt ist
Zu einer Domain gehören nicht nur A- und AAAA-Einträge, die auf die IPv4- beziehungsweise IPv6-Adresse des Webservers zeigen. MX-Einträge bestimmen, welcher Server E-Mails für die Domain annimmt. CNAME-Einträge verweisen einen Namen auf einen anderen. TXT-Einträge tragen Prüfinformationen — Domainbestätigungen für Dienste wie die Search Console ebenso wie SPF, DKIM und DMARC, die verhindern sollen, dass Dritte im Namen der Domain E-Mails versenden.
Jeder Eintrag hat eine TTL (Time to Live), die bestimmt, wie lange Resolver die Antwort zwischenspeichern. Deshalb wirken DNS-Änderungen nie sofort überall — vor einem Serverumzug lohnt es sich, die TTL vorher abzusenken.
Registrierung in der Praxis
Für Domains unter .de ist die DENIC eG mit Sitz in Frankfurt am Main die Registrierungsstelle. In der Regel läuft die Registrierung nicht direkt dort, sondern über einen Provider oder Registrar, der zugleich den Webspace stellt. Zwischen Domaininhaber und Registry besteht dabei ein eigenes Vertragsverhältnis, unabhängig vom Hosting-Vertrag — was praktisch wird, wenn der Provider gewechselt werden soll.
Vor der Registrierung gehört eine Recherche dazu, ob der gewünschte Name Marken- oder Namensrechte verletzt. Eine Domain unterliegt dem Marken-, Namens- und Wettbewerbsrecht; die Registrierung eines geschützten Begriffs kann Unterlassungs- und Schadensersatzansprüche auslösen, und die Registry prüft das bei der Vergabe nicht.
Die früher übliche Whois-Abfrage liefert dabei kaum noch Auskunft: Seit Inkrafttreten der DSGVO 2018 werden personenbezogene Daten von Domaininhabern nicht mehr öffentlich angezeigt. Öffentlich einsehbar ist im Wesentlichen, ob eine Domain vergeben ist und wann sie zuletzt geändert wurde.
Steht die Domain, folgt der Aufbau der Website — über ein Content-Management-System, ein Shopsystem oder eine individuelle Entwicklung. Wie schnell die Seite später ausgeliefert wird, hängt danach weniger von der Domain ab als vom Hosting und der Serverinfrastruktur.
Die Domain und das Ranking
Hier hat sich gegenüber den frühen Jahren der Suchmaschinenoptimierung am meisten geändert — und viele Ratschläge, die noch kursieren, stammen aus dieser Zeit.
Keywords in der Domain wirken kaum noch. Bis 2012 rankten Exact-Match-Domains wie guenstige-versicherung-vergleich.de allein aufgrund ihres Namens auffällig gut. Das EMD-Update hat diesen Effekt weitgehend beseitigt. Ein sprechender Name kann in Suchergebnissen und Anzeigen Vertrauen schaffen; als Ranking-Hebel taugt er nicht. Ein einprägsamer Markenname ist heute in aller Regel die bessere Wahl.
Domainalter ist kein Rankingfaktor. Google hat dem mehrfach ausdrücklich widersprochen. Dass ältere Domains oft besser ranken, hat einen naheliegenderen Grund: Sie hatten mehr Zeit, Inhalte und Backlinks aufzubauen.
Kennzahlen wie „Domain Authority“ stammen nicht von Google. Es handelt sich um Schätzwerte kommerzieller Anbieter, die auf deren eigenen Linkdaten beruhen. Für den Vergleich zweier Domains innerhalb eines Tools sind sie brauchbar, als Zielgröße nicht.
Erreichbarkeit unter mehreren Varianten ist ein technisches Problem. Ist eine Website sowohl mit als auch ohne www und sowohl über HTTP als auch HTTPS abrufbar, existiert derselbe Inhalt unter vier Adressen. Das ist einer der häufigsten Auslöser für Duplicate Content und wird mit einer festgelegten Vorzugsvariante, dauerhaften 301-Weiterleitungen und Canonical-Angaben gelöst. HTTPS ist dabei kein Sonderfall mehr, sondern der Normalzustand.
Internationale Ausrichtung. Eine Länderendung signalisiert Suchmaschinen automatisch den Zielmarkt. Wer mehrere Märkte bedient, hat drei Möglichkeiten: eigene ccTLDs pro Land, Unterverzeichnisse wie /en/ oder Subdomains. Alle drei funktionieren, und in allen drei Fällen ist die Auszeichnung mit hreflang entscheidend — dabei werden Sprach- und Ländercode kombiniert, etwa en-GB für Englisch im Vereinigten Königreich. Ein Sprachcode allein ist kein Länderkennzeichen.
Ein Domainumzug ist Handarbeit. Ein Wechsel der Domain führt regelmäßig zu Sichtbarkeitsverlusten, wenn Weiterleitungen fehlen oder pauschal auf die Startseite zeigen. Nötig ist eine Zuordnung jeder alten URL zu ihrer neuen Entsprechung, dazu die Adressänderung in der Search Console. Was dabei sonst noch zu beachten ist, gehört in den Bereich Technical SEO; wie sich das Umfeld einer Domain auf Serverebene auswirkt, beschreibt der Eintrag zur IP-Popularity.