Erfolgsstory: MyChipsbox bei der Höhle der Löwen

Ein Fernsehauftritt ist für einen Onlineshop das, was ein Crashtest für ein Auto ist: Man kann sich lange vorbereiten, aber gemessen wird in wenigen Sekunden. Als MyChipsBox am 25. Oktober bei „Die Höhle der Löwen“ auf VOX lief, trafen zur Sendezeit rund 1.000 Klicks pro Sekunde auf den Shop. Er blieb den ganzen Abend erreichbar.
Die folgende Aufzeichnung zeigt die Zugriffe an diesem Abend.
Das Produkt und die Gründer
Ebru und Erol Kaynak aus München verkaufen unter dem Namen MyChipsBox eine Kombination aus Bio-Kartoffelchips und luftgetrockneten Gemüsechips. Curry Ananas, Vinegar Karotte, Tomate Basilikum – Sorten, die man im Supermarktregal so nicht findet.
Die Idee dahinter ist einfach: Wer auf Ernährung achtet, will deshalb nicht auf Snacks verzichten. Als Full-Service-Dienstleister haben wir die beiden bei der Erstellung ihres Onlineshops unterstützt – vom Konzept über die Gestaltung bis zum Betrieb.
Die Zielgruppe stand vor dem Design
Der erste Schritt zu einem Shop, der verkauft, ist nicht die Farbwahl, sondern die Frage, wer kaufen soll. Für Ebru und Erol war die Antwort klar: Die Zielgruppe waren sie selbst. Keine Junk-Food-Fans, aber auch keine Menschen, die sich über ihre Ernährung definieren – sondern Verbraucher, die sich mit dem auseinandersetzen, was sie kaufen, und dafür einen Aufpreis in Kauf nehmen.
Eine solche Festlegung bestimmt mehr Entscheidungen als jede Designvorgabe. Sie legt fest, welcher Ton trägt und welche Angaben nach vorn gehören. Bei dieser Käufergruppe sind das Herkunft und Verarbeitung der Zutaten – nicht Rabattstaffeln und nicht Belehrungen über gesunde Ernährung.

Lebensmittel im Netz verkaufen
Bei Lebensmitteln fällt im Onlineshop genau das weg, was im Laden die Kaufentscheidung trägt: riechen, anfassen, probieren. Übrig bleibt der optische Eindruck – und der muss die fehlenden Sinne ersetzen.
Beim Aufbau des Shops lag der Schwerpunkt deshalb auf der Produktdarstellung: Aufnahmen der Chips selbst, dazu die Zutaten in Szene gesetzt, und ein Farbkonzept, das zu einem Lebensmittel passt und nicht zu einem Elektronikversand. Was eine Produktseite sonst noch leisten muss – Nährwerte, Zutatenliste, Allergenhinweise, Preisangabe je Mengeneinheit –, ist bei Lebensmitteln nicht optional, sondern Pflicht. Die Kunst besteht darin, das unterzubringen, ohne die Seite in ein Beipackzettelformat zu verwandeln. Wie wir an solchen Oberflächen arbeiten, steht auf der Seite zum User Interface Design.
Die Erstellung des Onlineshops wurde in weniger als drei Wochen umgesetzt: klare Struktur, wenige Schritte bis zur Bestellung, ein Shopsystem, das zum Sortiment passt statt zu einem Katalog mit zehntausend Artikeln.
Nachhaltigkeit war kein Etikett
Der Name kam ursprünglich von der Papierbox, in der die Chips verkauft wurden. Diese Verpackung wurde später durch eine plastikfreie, biologisch abbaubare Tüte ersetzt. Für einen Shop ist so eine Umstellung mehr als eine neue Produktabbildung – Verpackungsangaben, Versandgewichte und Produkttexte hängen mit dran. Es ist aber auch ein gutes Beispiel dafür, warum ein Shop pflegbar sein muss: Ein Sortiment, das sich verändert, verträgt kein System, in dem jede Änderung ein Entwicklerticket auslöst.

Der Abend der Ausstrahlung
„Die Höhle der Löwen“ läuft auf VOX. Gründerinnen und Gründer stellen dort ihre Idee fünf Unternehmern vor, die sich im Gegenzug für eine Investition Anteile am Unternehmen sichern. Ebru und Erol konnten überzeugen: Drei der Löwen boten, den Zuschlag erhielt Ralf Dümmel für 200.000 Euro.
Für den Shop bedeutete der Sendetermin ein Lastprofil, das mit normalem Betrieb nichts zu tun hat. Üblicher Besucherverkehr verteilt sich über Stunden; hier kommt er innerhalb weniger Minuten – während der Einspieler läuft und unmittelbar danach. Wer in dieser Zeit eine Fehlermeldung sieht, kommt nicht wieder.
Vorbereitet wurde das über den Weg, der bei solchen Spitzen wirklich trägt: den Aufwand pro Aufruf so weit senken, dass der Server auch bei einem Vielfachen der üblichen Last antwortet. Konkret hieß das, die Seite konsequent zu minimieren – keine großen Bilder, keine Animationen, Konzentration auf das Wesentliche.
Der Grund dafür ist Arithmetik. Jedes Element einer Seite ist eine eigene Anfrage; bei 1.000 Aufrufen pro Sekunde macht es einen Unterschied, ob eine Seite aus zwanzig oder aus achtzig Bestandteilen besteht. Dasselbe gilt für die Bildgröße: Ein um 200 Kilobyte schwereres Titelbild ist im Alltag ein Detail und unter Last der Punkt, an dem die Leitung dicht ist. Und was sich vorberechnet ausliefern lässt, kostet den Server keine Datenbankabfrage – ein Prinzip, das im Wiki-Eintrag zu Page Speed genauer beschrieben ist.
Nicht alles davon lässt sich vorberechnen. Warenkorb, Kasse und Bezahlvorgang sind für jeden Besucher individuell und müssen live gerechnet werden. Genau deshalb ist es sinnvoll, den Rest der Seite so leicht zu machen, dass die Rechenleistung dort ankommt, wo Bestellungen entstehen. Was zu einer belastbaren Umgebung sonst noch gehört, steht auf unserer Seite zum SSD-Webhosting.
Der Plan ging auf. Die Seite überstand den Ansturm, und wir betreuen den Auftritt seither weiter.
Was sich daraus mitnehmen lässt
Ein Fernsehauftritt ist ein Sonderfall, aber das Prinzip dahinter gilt allgemein: Eine schnelle Seite ist keine Frage der Eleganz, sondern der Belastbarkeit. Was unter Last als Erstes bricht, ist meistens das, was auch im Alltag am meisten kostet – zu viele Anfragen, zu große Dateien, zu viel, das bei jedem Aufruf neu berechnet wird.
Der zweite Punkt betrifft den Zeitpunkt. Optimierung nach dem Ereignis nützt nichts. Wenn ein Datum feststeht – eine Messe, eine Kampagne, eine Sendung –, gehört die technische Vorbereitung an den Anfang der Planung, nicht in die Woche davor.
Weitere Projekte finden Sie in unseren Referenzen. Und wenn Sie eine Idee haben, die nicht in „Die Höhle der Löwen“ läuft, aber trotzdem einen Shop braucht: Schildern Sie sie uns kurz über die Kontaktseite. Wie ein solches Projekt abläuft, steht unter Onlineshop erstellen lassen.