Google priorisiert den Mobile-Index

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Die Mobilversion einer Website wird für Betreiber und Nutzer immer wichtiger. Bei der Indexierung durch Google stand bisher jedoch vor allem die Desktop-Variante im Vordergrund. Das ändert sich nun. Mehr als ein Jahr hat Google am Mobile-Index gearbeitet und rückt ihn jetzt in den Mittelpunkt. Für manche Seiten kann sich das deutlich auf das Ranking auswirken.

Mobilnutzer bei Google im Fokus

„Mobile first“ ist bei Google längst kein neues Stichwort mehr. Das Unternehmen weiß, dass Mobilnutzer inzwischen den größeren Teil der Suchanfragen stellen, und richtet seine Ergebnisse entsprechend aus. Auf den Index hatte das bislang keine Auswirkung. Thematisiert wurde die Umstellung bereits im Herbst 2016, als Google ankündigte, die Suchergebnisse für Mobilnutzer sinnvoller und hilfreicher machen zu wollen. Dass dazu gehört, die Mobilversion einer Seite zur maßgeblichen zu machen, war absehbar. Jetzt wird es umgesetzt.

Von der Desktop-Version zur mobilen Version

Immer wieder stand die Frage im Raum, wie viele Indexe Google eigentlich führt. Die Antwort des Unternehmens ist eindeutig: Es gibt genau einen Hauptindex, aus dem die Suchergebnisse stammen. Bisher lag ihm die Desktop-Version zugrunde. Künftig ist es die Mobilversion — und zwar auch dann, wenn jemand am Desktop sucht.

Wer wissen möchte, ob die eigene Seite bereits umgestellt ist, wirft einen Blick in die Search Console. Dort wird angezeigt, welcher Crawler die Seite hauptsächlich abruft.

Der Punkt, an dem das für viele Seiten unangenehm wird: Was in der Mobilversion nicht vorhanden ist, existiert für Google künftig nicht mehr. Wer Inhalte auf kleinen Bildschirmen ausblendet, Beschreibungstexte kürzt oder strukturierte Daten nur in der Desktop-Variante ausliefert, verliert genau diese Inhalte aus dem Index. Betroffen sind vor allem Seiten mit getrennten Adressen für Desktop und Mobil — die klassische m.-Domain. Bei responsivem Design stellt sich das Problem nicht, weil beide Varianten auf dieselben Inhalte zugreifen.

Die Mobilfreundlichkeit als Rankingfaktor

Im Bereich der Suchmaschinenoptimierung ist das Thema seit Längerem gesetzt. Bereits 2015 begann Google, die Mobilfreundlichkeit einer Seite als Rankingfaktor zu verwenden. Ärgerlich wird es für Nutzer dann, wenn eine Seite auf dem Smartphone nur schwer oder gar nicht bedienbar ist: zu kleine Schrift, Bedienelemente, die zu eng beieinanderliegen, Inhalte, die über den Bildschirmrand hinauslaufen.

Neben der Bedienbarkeit zählt die Geschwindigkeit. Mobil wird häufig über Mobilfunk geladen, mit schwankender Verbindung und schwächerer Hardware — eine Seite, die am Desktop flüssig läuft, kann dort deutlich zäh sein. Wer beim Hosting eine solide Grundlage braucht, findet sie in unserem SSD-Webhosting; die Messgrößen dahinter beschreibt der Wiki-Eintrag zu Page Speed.

Der Smartphone-Googlebot macht sich auf die Reise

Webseitenbetreiber sollten sich darauf einstellen, dass der Smartphone-Crawler häufiger vorbeikommt und prüft, wie die Mobilversion aufgebaut ist. Damit die Indexierung reibungslos läuft, lohnt sich etwas Vorarbeit.

Praktisch heißt das: Dieselben Inhalte in beiden Varianten, dieselben Überschriften, dieselben strukturierten Daten. Bilder in vergleichbarer Qualität und mit denselben Alt-Texten. Keine Ressourcen, die per robots.txt gesperrt sind und die der Crawler bräuchte, um die Seite zu rendern — CSS und JavaScript gehören dazu. Und Weiterleitungen, die auf die passende Unterseite zeigen, nicht pauschal auf die mobile Startseite. Worauf es dabei technisch ankommt, beschreibt der Beitrag zu Indexierbarkeit und Crawlability.

Wer sich mit seiner Seite noch nicht in der ersten Umstellungswelle wiederfindet, braucht sich keine Sorgen zu machen. Google zieht die Seiten nach und nach nach, sobald es sie für vorbereitet hält.

Was daraus für die eigene Seite folgt

Die Mobilversion rückt ins Zentrum — bei den Nutzern wie bei der Suchmaschine. Für Betreiber ergeben sich daraus ein paar konkrete Aufgaben.

Inhalte sollten in der Mobilversion vollständig vorliegen. Ausklappbare Bereiche sind dabei unproblematisch, solange der Text im Quelltext steht; entfernt werden darf er nicht. Das gilt für Fließtext ebenso wie für Bilder und Videos.

Strukturierte Daten gehören in beide Varianten, und zwar mit den URLs der jeweiligen Version. Das ist Feinarbeit, aber sie entscheidet darüber, ob erweiterte Suchergebnisse erhalten bleiben.

Und die Serverkapazität sollte den zusätzlichen Crawl-Verkehr aushalten. Ein Server, der unter der Last langsamer antwortet, bremst die Indexierung aus.

Unterstützung durch erfahrene Unternehmen

Die Anpassung einer gewachsenen Website an den Mobile-Index kann erheblichen Aufwand bedeuten, besonders bei getrennten Desktop- und Mobilseiten. Sinnvoll ist es, sich Unterstützung von jemandem zu holen, der im Bereich der Suchmaschinenoptimierung länger unterwegs ist.

Die offizielle Google-Erklärung zum Mobile-Index:

Nachtrag

Die Umstellung hat länger gedauert als hier angenommen, ist aber abgeschlossen: Seit 2023 indexiert Google alle Websites ausschließlich mit dem Smartphone-Crawler. Eine Desktop-Indexierung gibt es nicht mehr, und der Zeitpunkt der Umstellung ist damit kein Thema mehr, das man in der Search Console beobachten müsste.

Zwei Punkte aus diesem Beitrag sind dadurch praktisch geworden statt vorbereitend. Erstens: Inhaltsgleichheit zwischen Mobil- und Desktopversion ist keine Empfehlung mehr, sondern Voraussetzung — was mobil fehlt, ist nicht indexiert. Zweitens: Getrennte m.-Domains sind aus der Praxis weitgehend verschwunden; responsives Design ist der Normalfall, und wer noch zweigleisig fährt, trägt den Pflegeaufwand ohne Gegenwert.

Die Mobilfreundlichkeit als solche ist unterdessen von einem eigenen Prüfpunkt zu einer Selbstverständlichkeit geworden. An ihre Stelle als messbares Qualitätssignal sind die Core Web Vitals getreten — LCP, INP und CLS —, die Google für Mobil- und Desktopnutzung getrennt erhebt. Der Grundgedanke des Beitrags gilt also unverändert, nur die Messlatte hat sich verschoben: Nicht mehr „funktioniert es überhaupt auf dem Smartphone“, sondern „wie schnell und wie stabil“.