Nützliche Google Such-Operatoren
Such-Operatoren sind Zusätze, mit denen sich eine Google-Abfrage einschränken lässt – auf eine Domain, auf einen Bereich des Dokuments, auf einen Dateityp. Für die tägliche SEO-Arbeit sind sie das schnellste verfügbare Werkzeug: Man braucht keinen Zugang, kein Tool und keine Freigabe, um sich in dreißig Sekunden einen Eindruck davon zu verschaffen, was Google von einer Website kennt.
Eine Warnung vorweg, die für alles Folgende gilt: Was Operatoren zurückgeben, sind keine Datenbankauskünfte. Die Trefferzahlen sind Schätzungen, die Ergebnisse werden gefiltert und sortiert, und dieselbe Abfrage liefert an zwei Rechnern unterschiedliche Antworten. Operatoren taugen für Stichproben und Hypothesen, nicht für Messwerte.
Operatoren, die zuverlässig funktionieren
site: schränkt auf eine Domain, Subdomain oder ein Verzeichnis ein.
site:beispiel.de
site:shop.beispiel.de
site:beispiel.de/magazin/
site: in Kombination mit Suchbegriffen zeigt, welche Seiten einer Domain Google zu einem Thema kennt.
site:beispiel.de lederpflege
intitle: und allintitle: durchsuchen den Titel des Ergebnisses. intitle: verlangt einen der Begriffe, allintitle: alle.
inurl: und allinurl: tun dasselbe für die URL.
intext: und allintext: beziehen sich auf den Text des Dokuments. Google legt diese beiden allerdings recht großzügig aus – Ergebnisse ohne den Begriff im sichtbaren Text kommen vor.
Die drei allin…-Varianten gelten als unzuverlässig, sobald sie mit weiteren Operatoren kombiniert werden. Wenn eine Abfrage mit allintitle: merkwürdige Ergebnisse liefert, ist das meist der Grund.
filetype: filtert auf ein Dateiformat.
site:beispiel.de filetype:pdf
Anführungszeichen erzwingen die exakte Wortfolge, ein Minuszeichen schließt aus, OR (oder |) verknüpft alternativ:
"pflanzlich gegerbtes vollrindleder"
site:beispiel.de -site:www.beispiel.de
lederguertel (herren OR damen)
before: und after: grenzen auf einen Zeitraum ein, im Format Jahr-Monat-Tag:
robots exclusion protocol after:2022-01-01
Operatoren, die es nicht mehr gibt
Hier ist in den letzten Jahren einiges weggefallen. Wenn ihr eine ältere Operatorenliste findet – auch die frühere Fassung dieses Beitrags gehörte dazu –, steht mit ziemlicher Sicherheit etwas darin, das nicht mehr funktioniert.
link: sollte Seiten auflisten, die auf eine URL verlinken. Google hat den Operator abgeschaltet. Schon davor lieferte er nur einen willkürlichen Ausschnitt, was ihn für Backlink-Analysen unbrauchbar machte. Wer wissen will, wer auf eine Website verlinkt, nutzt den Link-Bericht der Search Console für die eigene Domain und ein spezialisiertes Werkzeug für fremde. Wie sich gute von schlechten Verweisen unterscheiden lassen, behandelt das Tutorial zu Backlinks.
info: zeigte gesammelte Informationen zu einer URL und wurde entfernt. Die Funktion ist in der URL-Prüfung der Search Console aufgegangen, dort allerdings nur für die eigene, bestätigte Website.
cache: zeigte den zuletzt von Google gespeicherten Stand einer Seite. Google hat den Operator und die zugehörige Verknüpfung in den Ergebnissen 2024 abgeschaltet. Wer eine frühere Fassung einer Seite braucht, findet sie im Internet Archive; wer sehen will, wie Google die eigene Seite gerendert hat, nutzt die URL-Prüfung in der Search Console – wie ihr sie einrichtet, beschreibt ein eigenes Tutorial.
Zu einigen weiteren Operatoren, die man gelegentlich in Listen findet, gibt es keine belastbare Aussage: Sie liefern mal Ergebnisse, mal nicht, und Google dokumentiert sie nicht. Wir führen sie hier bewusst nicht auf.
Wofür ihr das im Alltag benutzt
Groben Indexstand prüfen. site:beispiel.de zeigt, ob eine Website überhaupt bekannt ist. Bei einem neuen Projekt ist das die erste Abfrage überhaupt – kommt gar nichts zurück, liegt das Problem selten am Content, sondern meist an einer Sperre in der robots.txt oder einem versehentlichen noindex.
Doppelte Inhalte aufspüren. Nehmt eine markante Passage in Anführungszeichen und sucht sie ohne site:-Einschränkung. Erscheinen mehrere eigene URLs, habt ihr internen Duplicate Content; erscheinen fremde Domains, wurde der Text kopiert.
Generische Titel finden. site:beispiel.de intitle:"Startseite" zeigt in Sekunden, wie viele Seiten denselben nichtssagenden Titel tragen – ein häufiges Symptom bei Shopsystemen im Auslieferungszustand, siehe dazu das Tutorial zum Title-Tag.
Parameter-URLs und Testumgebungen aufdecken.
site:beispiel.de inurl:?
site:beispiel.de inurl:staging
site:beispiel.de -inurl:https
Die letzten beiden fördern regelmäßig Dinge zutage, von denen im Unternehmen niemand mehr wusste: eine alte Testinstanz, ein Relaunch-Restbestand, eine vergessene Subdomain.
Vergessene Dokumente prüfen. site:beispiel.de filetype:pdf listet indexierte PDF-Dateien auf. Preislisten von vorgestern und interne Formulare sind hier ein Klassiker.
Verlinkungsziele finden. Wenn ihr einen neuen Beitrag intern verlinken wollt, zeigt site:beispiel.de [thema], welche bestehenden Seiten Google zu diesem Thema für relevant hält. Das ist oft eine bessere Grundlage als das eigene Gedächtnis.
Was ihr den Ergebnissen nicht glauben dürft
Die Trefferzahl über den Ergebnissen ist eine Schätzung, und zwar eine grobe. Google hat mehrfach klargestellt, dass die Zahl bei einer site:-Abfrage nicht der Zahl der indexierten Seiten entspricht und sich nicht als Kennzahl eignet. Wer wissen will, wie viele Seiten tatsächlich im Index sind, schaut in den Indexierungsbericht der Search Console. Der site:-Operator beantwortet die Frage „kennt Google das überhaupt?“, nicht die Frage „wie viele?”.
Dazu kommen Personalisierung, Standort und Sprache, die die Ergebnisse verschieben. Und in vielen Themenfeldern stehen inzwischen KI-Antworten und weitere Elemente über den organischen Treffern, sodass die klassische Ergebnisliste nicht mehr das ist, was sie 2014 war.
Der Sprung von der Abfrage zur Bewertung bleibt damit eure Aufgabe. Systematisch wird aus solchen Stichproben eine Bestandsaufnahme, wie sie am Anfang jeder Suchmaschinenoptimierung steht.
Am besten probiert ihr die Abfragen einmal an der eigenen Website aus. Erfahrungsgemäß findet man dabei innerhalb einer Viertelstunde mindestens eine Seite, von der man nicht wusste, dass es sie noch gibt.