Suchmaschinenoptimierung: Erste Schritte bei neuen Projekten

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Eine Frage, die bei jedem neuen Projekt kommt: Womit fängt man an? Die ehrliche Antwort lautet, dass die Reihenfolge wichtiger ist als die einzelne Maßnahme. Inhalte für Seiten zu schreiben, die Google nicht abrufen kann, ist verlorene Zeit. Links auf eine Website zu richten, die noch nichts anzubieten hat, ebenfalls.

Was folgt, ist deshalb keine Liste gleichwertiger Punkte, sondern eine Abfolge. Die ersten beiden Abschnitte gehören vor den Start, die übrigen in die ersten Monate danach.

Erreichbarkeit und Crawlability

Die erste Regel ist unspektakulär: Eure Seiten müssen erreichbar sein und vom Googlebot abgerufen werden können. Alles Weitere baut darauf auf.

Richtet zuerst die Search Console ein. Sie ist die einzige Quelle, die zeigt, wie Google eure Website tatsächlich sieht – welche Seiten im Index sind, welche nicht und warum nicht. Bei einer neuen Domain dauert es zwei bis drei Wochen, bis dort Daten stehen, weshalb dieser Schritt an den Anfang gehört und nicht ans Ende. Wie ihr eine Property anlegt und bestätigt, beschreibt das Tutorial zur Einrichtung der Search Console. Der Bericht zur Indexierung der Seiten ersetzt dabei die früheren Crawling-Fehler; die alten Menüpunkte gibt es seit dem Umbau der Oberfläche nicht mehr.

Prüft die Statuscodes. Im Normalfall antwortet jede aufrufbare URL mit 200. Problematisch sind:

  • 302 statt 301 bei dauerhaften Umzügen. Ein temporärer Code sagt Google, die alte Adresse im Index zu behalten – bei einem Relaunch der teuerste Tippfehler überhaupt.
  • 404 auf Adressen, die verlinkt sind. Nicht dramatisch, aber ein Hinweis auf eine kaputte Verlinkung irgendwo.
  • 5xx. Wenn ein Server wiederholt Fehler liefert, drosselt Google die Abrufrate.

Vermeidet Weiterleitungsketten, auch aus lauter 301ern. Sie entstehen bei neuen Projekten fast von selbst, weil Protokoll, www-Variante und Schrägstrich am Ende getrennt geregelt werden:

falsch – vier Anfragen für einen Aufruf
  http://beispiel.de/produkt
    → 301 → https://beispiel.de/produkt
    → 301 → https://www.beispiel.de/produkt
    → 301 → https://www.beispiel.de/produkt/

richtig – ein Sprung auf die Zielform
  http://beispiel.de/produkt  → 301 → https://www.beispiel.de/produkt/

Legt euch dafür einmal auf eine kanonische Form fest – Protokoll, Host, Schreibweise, Schrägstrich – und richtet die Regeln so ein, dass jede Variante in einem Schritt dort ankommt. HTTPS ist dabei keine Option mehr, sondern Voraussetzung.

Crawlt eure eigene Website, bevor Google es tut. Ein Werkzeug wie Screaming Frog findet in einer halben Stunde, was sonst monatelang unbemerkt bleibt: fehlende Titles, doppelte Descriptions, kaputte Bildpfade, verwaiste Seiten, ein noindex, das aus der Entwicklungsumgebung mitgewandert ist. Der letzte Punkt ist der häufigste Grund dafür, dass eine frisch gestartete Website gar nicht erst auftaucht. Was dabei sonst noch zu prüfen ist, sammelt der Beitrag zu Indexierbarkeit und Crawlability.

Und noch etwas, das technisch klingt und rechtlich ist: Analyse- und Marketingwerkzeuge dürfen erst nach aktiver Einwilligung laden. Das gehört vor den Start eingerichtet, nicht danach – ein nachgerüstetes Consent-Banner ist regelmäßig das Element, das die Ladezeit ruiniert.

Keyword-Targeting

Die Keywordrecherche ist unverändert der Schritt, der über die Struktur einer Website entscheidet. Recherchiert, wie eure potenziellen Kunden nach eurem Angebot suchen – und vor allem, was sie dabei vorhaben. Eine Anfrage mit Informationsabsicht braucht eine andere Seite als eine mit Kaufabsicht, und wer beides auf dieselbe Seite legt, bedient keines von beidem. Wie ihr die Absicht hinter einer Suchanfrage bestimmt, beschreibt der Beitrag Wie würdest Du suchen?.

Daraus folgt die Grundregel für den Aufbau: eine Unterseite, ein Thema. Nicht weniger, nicht mehr.

Keyworddichte als Kennzahl ist erledigt. Was bleibt, ist die schlichte Erwartung, dass der Begriff, um den es geht, auf der Seite vorkommt – im Title, in der Hauptüberschrift, im Text, in natürlichen Variationen statt in exakter Wiederholung.

Bei der Auswahl gilt für neue Projekte eine Einschränkung, die viele überspringen: Die generischen Begriffe mit hohem Suchvolumen sind besetzt, und zwar von Domains, die seit Jahren daran arbeiten. Startet mit spezifischeren Anfragen – längere Formulierungen, konkrete Anwendungsfälle, regionale Zusätze. Weniger Suchvolumen, dafür erreichbar, und die Besucher sind näher an einer Entscheidung. Eine brauchbare Strategie enthält beides: erreichbare Ziele für die ersten Monate und die schwierigen für die Jahre danach.

Content-Qualität

Der Maßstab ist nicht „gut geschrieben“, sondern „beantwortet die Frage besser als das, was gerade auf Platz eins steht“. Das lässt sich prüfen: Sucht den Begriff, lest die ersten fünf Ergebnisse und schreibt auf, was dort fehlt.

Fast immer findet sich etwas. Der Abschnitt, den niemand schreibt, weil er unangenehm ist – wann sich etwas nicht lohnt, was schiefgehen kann, was der Wettbewerb besser kann. Eigene Zahlen, eigene Bilder, eigene Erfahrung. Genau das ist es, was Google mit den Kriterien rund um Erfahrung und Vertrauenswürdigkeit meint; die Details dazu behandelt der Beitrag darüber, wie wichtig Inhalte für ein gutes Ranking sind.

Zur Darstellung: Gliedert mit Überschriften, die den Abschnitt benennen. Verwendet Tabellen, wenn Werte verglichen werden, Listen, wenn es etwas aufzuzählen gibt, Bilder, wenn sie etwas zeigen. Und achtet darauf, dass das Niveau über die ganze Website hält – zwanzig gute Seiten und hundert leere Platzhalter ergeben in der Gesamtbewertung keine gute Website.

Ladezeit und Bedienbarkeit

Messt früh, und messt die richtigen Werte: LCP, INP und CLS, als Felddaten aus dem laufenden Betrieb, nicht als einmaliger Testlauf. Bei einem neuen Projekt gibt es zunächst keine Felddaten – umso wichtiger ist es, die naheliegenden Fehler gar nicht erst einzubauen: unkomprimierte Bilder, ein Titelbild ohne Größenangaben, vier Schriftfamilien von externen Diensten, ein Dutzend Skripte, die beim Seitenaufbau laden. Wie sich das im Einzelnen messen und beheben lässt, steht im Beitrag zur Optimierung der Seitenladezeiten.

Die mobile Fassung ist die Fassung, die bewertet wird – die Mobile-First-Indexierung ist seit 2023 abgeschlossen. Was auf dem Handy fehlt, fehlt für Google.

Profile und Verzeichnisse

Soziale Netzwerke sind kein direktes Rankingsignal; Google hat das mehrfach klargestellt. Trotzdem lohnt sich ein überschaubarer Grundstock, aus zwei anderen Gründen: Profile besetzen Suchergebnisse zum eigenen Markennamen, und sie sind Kanäle, über die Inhalte überhaupt erst gesehen werden. Welche Netzwerke sinnvoll sind, hängt an der Zielgruppe – für ein B2B-Angebot sind LinkedIn und Xing relevant, für ein Handwerksunternehmen eher nicht.

Deutlich wichtiger und häufig vergessen: ein vollständig gepflegtes Google-Unternehmensprofil, wenn ihr einen Standort habt, an den Kunden kommen. Für lokale Anbieter ist das oft der Eintrag mit der größten Wirkung pro Aufwand.

Linkaufbau

Beim Linkaufbau ist bei neuen Projekten Zurückhaltung angebracht – nicht aus Ängstlichkeit, sondern weil sich der Aufwand am Anfang schlicht nicht auszahlt. Seit Penguin in Echtzeit arbeitet, werden Links, die nach Manipulation aussehen, nicht mehr gewertet. Sie schaden meist nicht, sie wirken nur nicht. Bezahlter Linkaufbau ist damit vor allem eine Frage der verlorenen Kosten.

Was sich lohnt:

  • Links von Geschäftspartnern, Lieferanten und Kunden – die naheliegendste und am häufigsten übersehene Quelle.
  • Einträge in Verzeichnissen, die es auch ohne Suchmaschinen gäbe: Branchenverbände, Kammern, regionale Institutionen, Fachportale.
  • Inhalte, die einen Anlass zum Verlinken geben: eigene Daten, Werkzeuge, Fachbeiträge mit Substanz.

Was nicht funktioniert: Artikelverzeichnisse, Linktausch, Linkfarmen, Blogkommentare, Forensignaturen, Footerlinks über die ganze Website. Das sind dieselben Punkte wie vor zehn Jahren, aus einem anderen Grund – früher waren sie riskant, heute sind sie wirkungslos. Woran sich brauchbare von problematischen Verweisen unterscheiden lassen, zeigt der Beitrag zu guten und schlechten Backlinks.

Die Reihenfolge

Zusammengefasst als Abfolge: erst die technische Erreichbarkeit, dann die Struktur aus der Keywordrecherche, dann Inhalte für die Seiten, die daraus entstanden sind. Ladezeit und Bedienbarkeit laufen nebenher mit. Links kommen zuletzt, wenn es etwas gibt, worauf zu verlinken sich lohnt.

Und rechnet mit Geduld. Eine neue Domain braucht Monate, bevor sich in den Berichten etwas bewegt – das ist normal und kein Zeichen dafür, dass etwas falsch läuft. Wie wir diese Phase in Projekten strukturieren, beschreibt unsere Leistungsseite zur Suchmaschinenoptimierung.