Wie erstelle ich eine XML-Sitemap?

· SEO-Tutorials

Eine XML-Sitemap ist eine maschinenlesbare Liste der URLs deiner Website. Sie hilft Suchmaschinen dabei, den Umfang und die Struktur eines Auftritts zu erfassen – besonders bei Seiten, die intern nur schwach verlinkt sind, bei neuen Inhalten und bei sehr großen Websites.

Zwei Dinge gleich vorweg, weil sie oft falsch verstanden werden. Eine Sitemap ist kein Ersatz für eine vernünftige interne Verlinkung: Wenn eine Seite nur über die Sitemap erreichbar ist, sagt das über ihre Bedeutung schon alles. Und sie ist keine Garantie – Google weist ausdrücklich darauf hin, dass eingereichte URLs weder zwangsläufig gecrawlt noch indexiert werden. Die Sitemap ist ein Hinweis, keine Anweisung.

Nicht zu verwechseln ist sie mit einer HTML-Sitemap, die dieselbe Aufgabe für menschliche Besucher erfüllt.

Wie eine Sitemap aufgebaut ist

Das Format ist schlicht. Eine Datei im XML-Format, UTF-8 kodiert, mit einem <url>-Block pro Adresse:

<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<urlset xmlns="http://www.sitemaps.org/schemas/sitemap/0.9">
  <url>
    <loc>https://www.beispiel.de/</loc>
    <lastmod>2026-06-14</lastmod>
  </url>
  <url>
    <loc>https://www.beispiel.de/lederguertel-herren</loc>
    <lastmod>2026-07-02</lastmod>
  </url>
</urlset>

<loc> ist die vollständige, absolute URL. Sie muss exakt so geschrieben sein, wie die Seite tatsächlich ausgeliefert wird – mit demselben Protokoll, derselben Domainvariante und derselben Groß- und Kleinschreibung.

<lastmod> ist das Datum der letzten inhaltlichen Änderung. Google wertet die Angabe aus, allerdings nur, wenn sie über die Website hinweg glaubwürdig ist. Ein System, das bei jedem nächtlichen Cache-Lauf alle Datumsangaben auf „heute“ setzt, entwertet das Feld für die eigene Website vollständig. Im Zweifel lässt du <lastmod> lieber weg, als es falsch zu füllen.

Zwei Angaben, die du in älteren Anleitungen und in vielen generierten Dateien findest, kannst du dir sparen: <changefreq> und <priority> wertet Google nicht aus. Das ist offiziell dokumentiert und schon länger so. Sie schaden nicht, sie tun nur nichts.

Grenzen und Sitemap-Indexdateien

Eine einzelne Sitemap darf höchstens 50.000 URLs enthalten und unkomprimiert nicht größer als 50 MB sein. Größere Websites teilen deshalb auf und verweisen über eine Indexdatei auf die einzelnen Sitemaps:

<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<sitemapindex xmlns="http://www.sitemaps.org/schemas/sitemap/0.9">
  <sitemap>
    <loc>https://www.beispiel.de/sitemap-produkte.xml</loc>
    <lastmod>2026-07-02</lastmod>
  </sitemap>
  <sitemap>
    <loc>https://www.beispiel.de/sitemap-magazin.xml</loc>
    <lastmod>2026-06-30</lastmod>
  </sitemap>
</sitemapindex>

Diese Aufteilung ist auch dann sinnvoll, wenn du die Grenzen gar nicht erreichst. Getrennte Sitemaps nach Inhaltstyp machen den Bericht in der Search Console auswertbar: Du siehst dann, ob die Indexierungsquote bei Produkten anders aussieht als bei Magazinbeiträgen, statt nur eine Gesamtzahl zu bekommen.

Wie du eine Sitemap erstellst

Der einfachste Weg ist meistens der beste: Praktisch jedes gängige Content-Management- und Shopsystem erzeugt eine Sitemap selbst oder über eine Erweiterung. Der entscheidende Vorteil liegt nicht in der Bequemlichkeit, sondern darin, dass die Datei bei jeder Änderung automatisch aktuell ist. Eine von Hand gepflegte Sitemap ist nach drei Monaten falsch.

Wenn dein System das nicht kann oder du einen Bestand prüfen willst, hilft ein Desktop-Crawler wie Screaming Frog. Er läuft über die Website, sammelt die gefundenen URLs ein und exportiert daraus eine Sitemap. Für kleine, statische Auftritte mit einer Handvoll Seiten kannst du die Datei auch direkt in einem Texteditor schreiben – das obige Beispiel ist vollständig.

Anschließend legst du die Datei so ab, dass sie unter einer festen Adresse erreichbar ist, üblicherweise https://www.deine-domain.de/sitemap.xml.

Die Sitemap bekannt machen

Hier hat sich das Vorgehen geändert. Jahrelang gab es einen Ping-Endpunkt, den man mit der Sitemap-Adresse aufrufen konnte, um Suchmaschinen über eine Aktualisierung zu informieren. Google hat diesen Endpunkt 2023 abgeschafft, mit der Begründung, dass er kaum sinnvoll genutzt wurde. Skripte, die noch dagegen laufen, bekommen einen Fehler zurück und können ersatzlos entfernt werden.

Geblieben sind zwei Wege, und beide solltest du gehen.

Eintrag in der robots.txt. Eine Zeile genügt, sie gehört an keine bestimmte Stelle und an keine User-agent-Gruppe:

Sitemap: https://www.deine-domain.de/sitemap.xml

Das ist der einzige Weg, der ohne Anmeldung bei irgendeinem Anbieter funktioniert – jede Suchmaschine, die die robots.txt liest, findet darüber deine Sitemap.

Einreichung in der Search Console. In der Google Search Console findest du in der linken Navigation unter „Indexierung“ den Punkt „Sitemaps“. Dort trägst du den Pfad ein und bekommst danach zurückgemeldet, wann die Datei zuletzt gelesen wurde, wie viele URLs erkannt wurden und ob es Fehler gab. Diese Rückmeldung ist der eigentliche Grund, die Sitemap dort einzureichen. Wie du die Search Console für ein Projekt einrichtest und die Inhaberschaft bestätigst, beschreibt ein eigenes Tutorial. Für Bing gibt es mit den Bing Webmaster Tools ein entsprechendes Gegenstück.

Ein erneutes manuelles Einreichen nach jeder Änderung ist nicht nötig. Eine einmal eingereichte Sitemap wird regelmäßig neu abgerufen.

Was in die Sitemap gehört – und was nicht

Das ist der Teil, den generierte Sitemaps am häufigsten falsch machen. In die Sitemap gehören ausschließlich URLs, die:

  • mit Status 200 ausgeliefert werden, also keine Weiterleitungen und keine Fehlerseiten,
  • indexiert werden sollen, also kein noindex im Meta-Robots-Tag tragen,
  • nicht per robots.txt gesperrt sind,
  • und die kanonische Variante darstellen, also nicht per rel="canonical" auf eine andere Adresse zeigen.

Jeder Widerspruch zwischen Sitemap und den übrigen Signalen ist ein Widerspruch, den Google auflösen muss – und die Sitemap ist dabei das schwächste Signal. Eine Datei, in der die Hälfte der URLs auf noindex steht, hilft niemandem und macht den Bericht in der Search Console unlesbar.

Über eigene Namensräume lassen sich außerdem Bilder und Videos in die Sitemap aufnehmen sowie Sprachvarianten über hreflang-Angaben verknüpfen. Das lohnt sich, wenn Bilder ein wesentlicher Teil des Angebots sind oder mehrere Sprachversionen existieren.

Pflegen und auswerten

Eine Sitemap ist kein einmaliges Projekt. Sinnvoll ist ein regelmäßiger Blick in den Sitemap-Bericht der Search Console: Weicht die Zahl der indexierten URLs stark von der eingereichten Zahl ab, ist das ein brauchbarer Hinweis darauf, dass etwas nicht stimmt – zu dünne Inhalte, technische Hürden oder schlicht Seiten, die dort nichts verloren haben. Die möglichen Ursachen behandelt das Tutorial zu Indexierbarkeit und Crawlability.

Für schnelle Meldungen einzelner neuer URLs gibt es mit IndexNow ein zusätzliches Verfahren, das unter anderem Bing unterstützt; Google beteiligt sich daran nicht. Die Sitemap ersetzt das nicht, und umgekehrt ebenso wenig.

Insgesamt ist die XML-Sitemap eines der unaufgeregteren Werkzeuge der Suchmaschinenoptimierung: Sie richtet keinen Schaden an, sie ersetzt keine Struktur, und sie ist vor allem dann nützlich, wenn man sie als Messinstrument benutzt statt als Einreichungsformular.