Video SEO

Video SEO fasst die Maßnahmen zusammen, mit denen Videos in Suchergebnissen auffindbar gemacht werden. Der Begriff meint zwei unterschiedliche Aufgaben, die oft vermischt werden: die Optimierung eines Videos für die Suche innerhalb von YouTube und die Optimierung einer Webseite, auf der ein Video eingebettet ist, für die Google-Suche. Die Regeln unterscheiden sich, die Werkzeuge auch.

YouTube als Suchmaschine

YouTube gehört zu Google, arbeitet aber mit einem eigenen Empfehlungs- und Suchsystem. Es bewertet im Kern drei Dinge: wie gut Titel, Beschreibung und Metadaten zur Suchanfrage passen, wie Zuschauer auf das Video reagieren und was über den Kanal insgesamt bekannt ist.

Die Reaktion der Zuschauer ist dabei der Teil, der sich am wenigsten mit klassischem SEO deckt. Entscheidend ist nicht die Zahl der Aufrufe, sondern die Wiedergabezeit und die Zuschauerbindung: An welcher Stelle steigen Leute aus? Wie viel Prozent der Länge werden im Schnitt gesehen? Ein Video, das in den ersten fünfzehn Sekunden die Hälfte des Publikums verliert, wird schlechter ausgespielt als eines, das kürzer ist und zu Ende gesehen wird. Dazu kommt die Klickrate auf das Vorschaubild — Thumbnail und Titel sind hier die eigentliche Snippet-Arbeit.

Was sich seit den frühen Ratgebern geändert hat: Dislikes sind seit Ende 2021 öffentlich nicht mehr sichtbar und taugen nicht als Steuerungsgröße. Und die Annahme, ein Algorithmus könne bewegte Bilder nicht auswerten, gilt nicht mehr. YouTube transkribiert Tonspuren automatisch, wertet den gesprochenen Text aus und erkennt Bildinhalte. Eine saubere Aussprache und ein früh genanntes Thema wirken deshalb mehr als ein Stichwortblock in der Beschreibung.

Kapitel sind das am meisten unterschätzte Mittel. Werden in der Videobeschreibung Zeitmarken mit Bezeichnungen hinterlegt — beginnend bei 0:00, mindestens drei Stück, jedes mindestens zehn Sekunden lang —, teilt YouTube das Video in benannte Abschnitte. Das verbessert die Navigation, und einzelne Kapitel können in der Suche als Sprungmarken auftauchen. Untertitel gehören aus demselben Grund dazu: Sie machen den Inhalt maschinenlesbar und das Video für alle nutzbar, die ohne Ton schauen.

Videos auf der eigenen Website

Hier hat sich die Lage grundlegend verändert, und die meisten älteren Anleitungen zum Thema sind deshalb überholt.

Google hat die Anzeige von Video-Vorschaubildern in den Suchergebnissen 2023 stark eingeschränkt. Seither erscheint eine Vorschau nur noch, wenn das Video der Hauptinhalt der Seite ist. Ein Erklärvideo, das begleitend in einem Ratgebertext steckt, bekommt kein Thumbnail mehr — unabhängig davon, wie sauber es ausgezeichnet ist. Die Search Console zeigt betroffene Seiten im Videoindexierungsbericht mit einem entsprechenden Hinweis an.

Das ist kein Grund, Videos aus Textseiten zu entfernen. Es verschiebt nur die Erwartung: Ein eingebettetes Video wirkt dann über den Nutzen für den Leser, nicht über eine auffälligere Darstellung in der Suche. Wer die Vorschau will, braucht eine Seite, auf der das Video im Mittelpunkt steht — mit eigener URL, eigenem Titel und dem Player im oberen Bereich statt unter tausend Wörtern Text.

Video-Schema. Damit Google ein Video überhaupt als solches erkennt, wird es mit dem Typ VideoObject aus dem schema.org-Vokabular ausgezeichnet, üblicherweise als JSON-LD. Pflichtangaben sind Name, Beschreibung, Vorschaubild und Upload-Datum; sinnvoll ergänzt werden Laufzeit sowie die Adresse der Videodatei oder des Players. Optional lassen sich über Clip einzelne Abschnitte benennen oder über SeekToAction die URL-Struktur erklären, mit der zu einem Zeitpunkt gesprungen wird — daraus entstehen die wichtigen Momente, die Google unter manchen Treffern anzeigt. Wie strukturierte Daten die Darstellung in den Ergebnissen beeinflussen, beschreibt der Eintrag zum Snippet.

Video-Sitemap. Werden Videos selbst gehostet, lassen sie sich über eine XML-Sitemap mit Video-Erweiterung anmelden. Sie ersetzt die Auszeichnung nicht, hilft aber beim Auffinden.

Umgebender Text. Google bewertet die Seite, nicht nur die Datei. Eine kurze Zusammenfassung, ein Transkript oder eine Gliederung neben dem Player geben dem Video einen Kontext, den kein Markup ersetzt — und machen den Inhalt für alle zugänglich, die ihn lieber lesen.

Technik und Einbindung

Videos sind die schwersten Elemente einer Seite. Ein automatisch startender Player mit Vorabladung des gesamten Streams ruiniert die Ladezeit zuverlässig; die Auswirkung auf die Core Web Vitals ist meist sofort messbar. Sinnvoll sind preload="none" beziehungsweise das Nachladen des Players erst bei Interaktion, ein gesetztes Seitenverhältnis, damit beim Laden nichts verrutscht, sowie ein eigenes Vorschaubild statt eines gerenderten ersten Frames.

Für die Auslieferung eignen sich Plattformen wie YouTube oder Vimeo besser als der eigene Server, weil sie adaptive Bitraten, Formatwechsel und weltweite Auslieferung mitbringen. Beim Selbsthosting ist MP4 mit H.264 der Kompromiss, der überall funktioniert.

Der datenschutzrechtliche Teil gehört dazu: Eine eingebettete YouTube-Datei baut eine Verbindung zu Google-Servern auf und setzt beim Nutzer Daten. Ohne vorherige Einwilligung ist das seit TTDSG beziehungsweise TDDDG nicht zulässig. In der Praxis heißt das: Einbettung erst nach Zustimmung, wahlweise über eine Zwei-Klick-Lösung, und der erweiterte Datenschutzmodus als Mindestmaß.

Was Video für die Website bringt

Der ehrliche Rahmen: Videos ranken nicht besser, weil sie Videos sind, und Google bewertet eine Seite nicht höher, weil ein Player darauf steht. Die Zahlen, die dazu seit Jahren zirkulieren — Videos würden um ein Vielfaches schneller verarbeitet als Text, Nutzer sähen täglich so und so viele —, sind entweder nicht belegt oder aus dem Zusammenhang gerissen.

Was Videos leisten, ist konkreter. Sie erklären Abläufe, die sich schlecht beschreiben lassen: Montage, Bedienung, Größenverhältnisse. Sie beantworten im Handel die Fragen, die sonst zu Retouren führen. Und sie erschließen mit YouTube einen zweiten Kanal, auf dem Menschen suchen, die von Google gar nicht erst kommen würden. Ob sich der Aufwand lohnt, entscheidet daher weniger das Ranking als die Frage, ob es etwas gibt, das man besser zeigen als beschreiben kann — und für Onlineshops ist die Antwort häufiger ja, als der Produktionsaufwand vermuten lässt. Wie sich das in eine Gesamtstrategie einfügt, beschreibt unsere Leistungsseite zur Suchmaschinenoptimierung.